close
Das Potential der erneuerbaren Energie in Deutschland

Das Potential der erneuerbaren Energie in Deutschland

Die Energiewende Deutschlands ist angelaufen und befindet sich auf dem richtigen Weg. Politiker und Forscher sind sich einig, bereits innerhalb dieses Jahrzehnts seien bedeutende Ziele zu realisieren. Fast schon regelmäßig werden die formulierten Erwartungen sogar höher gesteckt. Das Gelingen dieser Mission hängt jedoch von technischen, wirtschaftlichen, politischen und etlichen weiteren Faktoren ab.

Die Perspektiven

Noch im Jahr 2008 ging das Bundesumweltministerium in einer Studie davon aus, das bis zum Jahr 2020 eine 30-prozentige Stromversorgung aus regenerativen Quellen erreicht werden könnte. Dieser Zuwachs an erneuerbarer Energie sollte, die durch den beschlossenen Atomausstieg, wegfallende Anteile aus der Kernenergie vollständig ersetzen können. Heute wird jedoch von einem wesentlich stärkeren Ausbau ausgegangen. Die Erneuerbaren-Energien-Industrie hat jüngst eine Branchenprognose aufgestellt. Laut dieser Prognose kann im Jahr 2020 fast die Hälfte des gesamten deutschen Strombedarfs von regenerativen Energien abgedeckt werden. Dies würde die aktuelle Erwartung von 40 %, von der Bundesumweltminister Altmaier ausgeht, weit übertreffen. Derzeit beträgt der Ökostromanteil in Deutschland rund 23 %.

Der Potentialatlas

Aus dem, 2010 von der Agentur für erneuerbare Energien vorgelegtem, Potenzialatlas geht hervor, dass die technischen Möglichkeiten zur Nutzung der regenerativen Energie in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft sind. In dem Potenzialatlas wird der Flächenbedarf der Energiequellen, bei weiterem Ausbau bis 2020 errechnet. Beispielsweise könnte die Windenergie an Land laut Potenzialatlas bis zum Jahr 2020 ein Fünftel des gesamten deutschen Strombedarfs decken. Für den Ausbau würden dabei etwa 0,75 % der Landesfläche benötigt werden. Einen Anteil von 15 % an der gesamten Wärme-, Strom- und Kraftstoffversorgung soll die Bioenergie stellen. Hierfür wird eine Fläche von 3,7 Millionen Hektar bebaut werden müssen, heute sind es erst 1,6 Millionen Hektar. Aufgrund des relativ großen Flächenaufwandes, und der damit verbundenen Ausübung von sogenannter Flächenkonkurrenz, steht die Bioenergie des Öfteren in der Kritik; da jedoch EU-weite Getreideüberschüsse herrschen, ist keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung zu befürchten. Eine echte Überraschung stellen die Daten zur Sonnenenergienutzung dar. Derzeit werden nur 2,5 % der geeigneten Gebäudeflächen für Photovoltaik- oder Solaranlagen genutzt. Groß angelegte Solarparks belegen heute erst 1700 Hektar Freifläche, dies entspricht nur etwa 0,005 % der Landesfläche.

Ein Blick in die ferne Zukunft

Eine Reihe von weiteren Organisationen (siehe z.B. Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme; Sachverständigenrat für Umweltfragen) nimmt an, dass, unter Erfüllung bestimmter Bedingungen, im Jahr 2050 bereits ein vollständig auf erneuerbaren Energien basierendes Energieversorgungssystem möglich sein könnte. Auch eine rein nationale Vollversorgung wird nicht ausgeschlossen; die bessere Variante sei jedoch der Stromaustausch mit Nachbarländern und Regionen. Ihr wollt immer auf dem neuesten Stand in Sachen Energie sein? – Regelmäßige Neuigkeiten zum Thema findet ihr zum Beispiel hier.

 

Umwelt-Butler Fazit:

Wir von Umwelt-Butler.de  erachten das weitere Potenzial der erneuerbaren Energie in Deutschland als enorm. Ein Ökostromanteil von 40%  bis zum Jahr 2020 sollte problemlos zu bewältigen sein. Ob die Stromversorgung 2050 bereits zu 100% aus regenerativen Quellen schöpfen kann. bleibt jedoch abzuwarten. Langfristig gesehen ist lautet die Fragestellung unserer Meinung nach nicht ob die Energiewende gelingt, sondern mit welchen Kosten sie verbunden sein wird. Es gilt alle Faktoren, insbesondere Technik, Politik und Wirtschaft, aufeinander abzustimmen.