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Die Korrelation zwischen Wetter und erneuerbaren Energien

Die Korrelation zwischen Wetter und erneuerbaren Energien

Bereits im Mai 2011 formulierte der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), in dem Sonderbericht „Erneuerbare Energien und die Minderung des Klimawandels“ (­Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation, SRREN) treffend, dass die Vorhersagbarkeit, beziehungsweise Gleichmäßigkeit, und somit die Regelbarkeit der Energieerzeugung ein essenzielles Kriterium zur Nutzung der erneuerbaren Energien darstellt. 
Während die Energieabgabe von sowohl Geothermie als auch Bioenergie grundsätzlich regelbar ist und die der Hydroenergie durch Staubecken regulierbar gemacht werden kann, ist die Abgabe der Solar- und Windenergie von Umwelteinflüssen abhängig. Sie kann nur sehr begrenzt geregelt werden. Ähnlich der Agrarwirtschaft ist die Branche der erneuerbaren Energien also ein Wirtschaftszweig mit hoher Abhängigkeit von Umwelteinflüssen, insbesondere dem Wetter.

Welche Rolle spielen Wettervorhersagen?

Das Heranziehen von Wettervorhersagen ist für den Betrieb von derartigen Anlagen also unabdinglich. Zuverlässigkeit und Qualität dieser meteorologischen Prognosen sind also Faktoren, die einen wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg der Technologien haben. Das Wetter Deutschland, beziehungsweise auch auf globaler Ebene, ist wenig beständig und damit für uns Laien absolut unberechenbar. Selbst die Kombination aus komplexen synoptischen und numerischen Prognoseverfahren der Meteorologie ist, nach dem heutigen Wissensstand, nicht in der Lage das Wetter immer präzise vorher zu sagen. Es reicht also nicht, regelmäßig die 7-Tage Wetter abzurufen und im Kopf zu überschlagen, wie viel Energie meine Photovoltaikanlage diese Woche wohl erzeugt.

Der Nutzen der Meteorologie

Eine professionelle meteorologische Beratung sollte also fester Bestandteil der Verwirklichung von Projekten im Bereich der Wind- und Solarenergie sein. Warum? Ganz einfach: Bereits lange vor und nach dem Bau gibt es Prozesse zu optimieren.
Die ersten Überlegungen gelten meist dem Standort. Wo soll meine Anlage stehen? Unter Betrachtung von historischen meteorologischen Daten kann beispielsweise eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Temperatur und Sonneneinstrahlung errechnet werden.So kann weltweit das Potenzial von möglichen Standorten ermittelt werden.
Aus diesen Wetterparametern können, zu einem späteren Zeitpunkt, auch langfristige Leistungsprognosen erstellt werden, die auf die jeweilige Anlage genau zugeschnitten sind.
Ist ein Standort gefunden und das Projekt befindet sich in der Bauphase können schlechte Wetterbedingungen die Installation kostenintensiv erschweren beziehungsweise verzögen. Dahin gehend kann die Bauplanung durch Wetterdaten optimiert werden und für einen reibungslosen Ablauf, sowie sichere Arbeitsbedingungen, sorgen.
Gleiches gilt für die Wartung, hinzu kommt jedoch, dass ein Zeitpunkt ausgewählt werden kann, bei dem die Ertragsverluste möglichst gering gehalten werden können. Der Nutzen der Meteorologie für die Branche der erneuerbaren Energien liegt auf der Hand und sollte von Betreibern berücksichtigt werden, um Prozesse zu optimieren.

Umwelt-Butler Fazit:

Erneuerbare Energie aus Wind und Sonne ist unmittelbar mit dem Wetter gekoppelt. Eben dieser Abhängigkeit von Umweltbedingungen liegt die Unbeständigkeit der Energie zugrunde. Bis heute stellt dies das größte Problem der regenerativen Energiesysteme von Sonne und Wind  dar. Dieser Umstand ist gravierend und limitiert die Wettbewerbsfähigkeit des Ökostroms immens. Unserer Meinung nach ist dieses Problem nur durch eine effektive und rentable Speicherung des Ökostroms zu erreichen. Eine meteorologische Betreuung von Solar- und Windenergie ist jedoch in jedem Fall sinnvoll.