Schöner Tag

Fertighäuser und ihr schlechtes Image: Vor- und Nachteile

Pappschachteln, Bretterbuden und Wohncontainer – das ist nur eine kleine Auswahl an etwas abfälligen Bezeichnungen für Fertighäuser. Auch wenn die günstigen und schnell gebauten Häuser längst einen Platz auf dem Immobilienmarkt gefunden haben, gibt es immer noch eine Menge Vorbehalte gegen Fertighäuser. Dabei können diese speziellen Häuser durchaus eine gute Alternative zum klassischen Stein auf Stein gebauten Haus sein, vor allem für Bauherren, die Wert auf ein umweltgerechtes Haus legen.

Vorteile, die überzeugen

Fertighäuser sind im Trend und die Verkaufszahlen steigen. So wurden im vergangenen Jahr zwischen Januar und Juni fast 60.000 Häuser gebaut. Knapp 50.000 davon waren Massivhäuser, über 9.000 waren Fertighäuser. Schon 2005 zeichnete sich die steigende Beliebtheit von Fertighäusern ab, denn schon vor zehn Jahren konnte sich jeder Zweite vorstellen, ein Fertighaus zu bauen. Heute hat das Fertighaus sein schlechtes Image weitgehend abgelegt und die Vorteile sprechen für sich. Fertighäuser sind Holzhäuser und Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Das ist ein Vorteil, der für ein Fertighaus spricht, aber auch, dass es Fertighäuser in jeder Effizienzklasse gibt, spricht für die Häuser, die auf der Baustelle nach dem Baukastensystem zusammengebaut werden.

Wer ein Fertighaus baut, der muss sich um nichts mehr kümmern, denn auf Wunsch übernimmt der Hersteller die komplette Planung und organisiert von der Baugenehmigung bis zum Bauleiter alles vor Ort. Wer ein Einfamilienhaus, eine Doppelhaushälfte oder einen Bungalow „von der Stange“ also als Musterhaus kauft, der spart viel Geld, aber auch das individuelle Fertighaus ist heute kein Problem mehr. Preislich ist das Fertighaus ebenfalls attraktiv. Die Angebote reichen je nach Hersteller von günstigen 50.000 Euro für ein Ausbauhaus bis zu knapp einer halben Million für ein schlüsselfertiges Haus.

Gibt es auch Nachteile?

Auch ein Fertighaus hat nicht nur Vorteile, darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der ein Fertighaus bauen will. So sind Fertighäuser deutlich anfälliger für Ungeziefer. Um das zu verhindern, müssen die Materialien, die verbaut werden, einer besonderen Behandlung unterzogen werden. Das aber kann für Ausdünstungen sorgen, die nicht nur dem Raumklima, sondern auf Dauer auch der Gesundheit schaden. Wer das eigene Haus als Kapitalanlage sieht, der sollte sich gegen ein Fertighaus entscheiden, denn massiv gebaute Häuser aus Stein werden grundsätzlich höher bewertet und ein Wiederverkauf ist bei Fertighäusern schwieriger.

Der Grund liegt in der „Haltbarkeit“ der Häuser, denn man geht davon aus, dass ein Stein auf Stein gebautes Haus eine deutlich höhere Lebensdauer hat als ein Fertighaus, das aus Holz gefertigt wurde. Für klassische Häuser wird eine Nutzungsdauer von mindestens 100 Jahren zugrunde gelegt, beim Fertighaus liegt die Nutzungsdauer hingegen nur zwischen 60 und 90 Jahren. Wer allerdings schon mal ein schönes altes Fachwerkhaus gesehen hat, das im frühen Mittelalter gebaut wurde und das heute noch bewohnt wird, der weiß auch, wie stabil und zeitlos Häuser sein können, die mit einem Ständerfachwerk ausgestattet sind.

Fazit

Welches Haus infrage kommt, das ist eine Geschmacks- und auch eine Preisfrage. Wer sich noch nicht sicher ist, der sollte sich von einem Bausachverständigen beraten lassen und erst dann eine Entscheidung fällen.

2 thoughts to “Fertighäuser und ihr schlechtes Image: Vor- und Nachteile”

  1. Ich bin kein Freund von Fertighäusern. Ich mag alte Bauernhäuser, solides Handwerk und habe bei den Fertiglösungen immer das Gefühl, als würden sie bei einem Sturm wie Kartenhäuser zusammenfallen. Ich mag mich natürlich auch sehr täuschen, aber es vermittelt mir den Eindruck. Gruß Rainer

  2. also ich interessiere mich auch sehr für holfertighäuser!
    bei fragen würde ich mich an naturhaus wenden, das klimahauskonzept überzeugt mich und ich habe bisher nur gutes von ihnen gehört!

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