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Feuerverzinkung

Die Technologie, die wir nutzen um Energie aus regenerativen Quellen zu schöpfen, ist in den meisten Fällen unserer Umwelt direkt ausgesetzt. Dementsprechend müssen sie starken Umwelteinflüssen wie Wind und Wetter trotzen und dabei oft auch noch extremen mechanischen Belastungen standhalten. Stahl ist oft der einzige infrage kommende Werkstoff, der dem gerecht wird und gleichermaßen aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Unbehandelter Stahl wäre den Witterungseinflüssen jedoch gnadenlos ausgeliefert – Er würde korrodieren. Die vorschreitende Korrosion des Stahls würde eine kurze Nutzungsdauer beziehungsweise kurze Wartungsintervalle der Anlagen bedeuten. Er muss also effektiv geschützt werden. Das gängigste Verfahren, wodurch wir dies erreichen, ist die Feuerverzinkung.

Das Verfahren der Feuerverzinkung

Es gibt verschiedene Arten zu verzinken. Eine Feuerverzinkung bedeutet die Aufbringung einer metallischen Zinkschicht auf Gegenstände aus Stahl oder Eisen, in dem sie in ein Bad aus geschmolzenem Zink getaucht werden. Dadurch entsteht eine Legierung aus Eisen und Zink und darüber noch eine fest haftende reine Zinkschicht. Zink schützt edlere Metalle, beispielsweise Stahl, vor Korrosion in dem es sich selbst regelrecht „opfert“ – Es dient als Opferanode. Das darunter liegende Metall ist so lange geschützt, bis das Zink vollständig korrodiert ist, je dicker die Zinkschicht, umso länger vermag sie den Gegenstand zu schützen. Auf diese Weise kann Stahl entgegen seiner Natur Jahrzehnte lang der Witterung standhalten ohne zerfressen zu werden. Direkt nach der Feuerverzinkung sieht die Zinkschicht noch hell glänzend aus, danach bekommt sie einen metallisch-kristallinen Look. Mit der Zeit wird sie, durch die Korrosion des Zinks, immer gräulicher.

Feuerverzinkung-Ablauf

Wir möchten unseren Lesern ganz kurz die groben Verfahrensschritte der Stückverzinkung auflisten, damit Ihr euch etwas mehr unter dem Begriff Feuerverzinkung vorstellen könnt.

Vorbereitung: Die zu verzinkenden Gegenstände müssen frei von losem Rost und Farben sein

Entfettungsbad: Reste von Ölen und Fetten werden von den Gegenständen entfernt

Beizungsbad: Entfernung von Verunreinigungen der Stahloberfläche wie Rost und Zunder

Flussmittelbad: Flussmittelbad das im Zinkbad eine Feinstreinigung der Stahloberfläche bewirkt

Zinkbad: Die Gegenstände werden in ein Bad mit 440 bis 460 Grad Celsius heißem Zink getaucht

Feuerverzinkung

Den unterschiedlichen Bädern können teilweise Spülungsbäder und Trocknungsöfen zwischengeschaltet sein, um Verschleppungen der unterschiedlichen Substanzen in nachfolgende Bäder zu minimieren. Mit Ausnahme von großen industriellen Anlagen findet die Feuerverzinkung meist in Lohnverzinkereien statt, dessen Kunden viele kleinere Unternehmen sind. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Feuerverzinkerei Seppeler.

Umwelteinfluss der Feuerverzinkung

Betrachtet man das Verfahren der Feuerverzinkung, liegt natürlich ein Gedanke nahe: „Das kann doch nicht gut für die Umwelt sein!“, doch die Industrie bemüht sich anscheinend um den Umweltschutz. Es gibt viel zu optimieren, beispielsweise können bei Entfettungs-, ­Beiz- und Spülbädern Maßnahmen durchgeführt werden, die eine längere Standzeit ermöglichen. Danach können sie immer noch regeneriert und erneut verwendet werden. Darüber hinaus minimieren ausreichende Abtropfzeiten eine Verschleppung der unterschiedlichen Substanzen. Zinkhaltige Abfälle wie Zinkasche, Hartzink und verspritztes Zink können ebenfalls vermindert werden. So wird die Umweltbelastung so gering wie möglich gehalten. Momentan arbeitet der  Industrieverband Feuerverzinken zusammen  mit dem Institut für Bauen und Umwelt sowie dem Bauforum Stahl an einer neuen Umweltproduktdeklaration (EPD) für Feuerverzinkte Baustähle.

„Die Umweltproduktdeklaration für feuerverzinkte Baustähle wird keine neuen, sensationellen Erkenntnisse liefern, sondern die Nachhaltigkeit der Feuerverzinkung attestieren und die Ergebnisse bereits vorliegender Untersuchungen und Studien zur Nachhaltigkeit stützen und ergänzen. Für die Mitglieder des Industrieverbandes Feuerverzinken bietet die EPD zudem die Möglichkeit gegenüber Behörden und bei öffentlichen Ausschreibungen verlässliche Umweltdaten vorlegen zu können“

– Harald Goetz, Vorsitzender des Industrieverbandes Feuerverzinken e.V.

Umwelt-Butler Fazit:

Das Verfahren der Feuerverzinkung ist mit Sicherheit nicht besonders angenehm für unsere Umwelt, doch man sollte den Nutzen, den es mit sich bringt, als Gegengewicht ansehen. Unserer Meinung nach überwiegt dieser Nutzen deutlich. Dennoch sollte man versuchen die negativen Umwelteinflüsse so gering wie möglich zu halten und die Verfahrenstechnik zu optimieren, wo es nur geht. Wir sind gespannt auf die Umweltproduktdeklaration.