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Woher kommen Flüchtlinge und wer nimmt sie auf?

Woher kommen Flüchtlinge und wer nimmt sie auf?

Flüchtlingskrise 2015

Die Flüchtlingskrise beherrscht nach wie vor die Schlagzeilen. Während sich ein Großteil der Deutschen für die Asylsuchenden einsetzt und ehrenamtlich hilft, sehen einige noch immer unbegründete Gefahren der unterschiedlichsten Art in dem nicht enden wollenden Zustrom von Menschen.

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, hat aktuell einen neuen Rekord erreicht. Alleine im November kamen bisher 930.000 Menschen über die Grenze. Darunter fast 193.000 Menschen, die nicht registriert werden konnten. Auf den ersten Blick scheinen diese Zahlen alarmierend und dennoch sind sie winzig im Vergleich zu der Zahl, die das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR nennt.

Fakten und Zahlen zur Flüchtlingskrise

Die Flüchtlingskrise ist keine nationale, sondern eine internationale Krise. Momentan sind weltweit 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht (Stand: Ende 2014). Dies ist die höchste Zahl, die die UNHCR bisher verzeichnet hat. Jeden Tag flüchten 42.500 Menschen vor Krieg, Terror, Unterdrückung und Armut und hoffen auf ein neues Leben in Sicherheit und Frieden.

38,2 Millionen Menschen sind sogenannte Binnenvertriebene (Stand: Ende 2014). Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind und keine Ländergrenzen überschreiten. Sie stehen nicht unter dem Mandat der UNHCR. Neun von zehn Flüchtlingen – rund 86% – stammen aus Entwicklungsländern und fliehen in der Regel in ein Nachbarland. 19,5 Millionen Menschen flüchten in andere Länder und beantragen dort Asyl.

Aus welchen Ländern stammen die Flüchtlinge?

Sieben Länder dieser Welt stehen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise besonders im Fokus. Das Bürgerkriegsland Syrien steht auf der Liste der Herkunftsländer auf dem ersten Platz, denn von dort sind bislang 3,88 Millionen Menschen geflohen. Dann folgen Afghanistan mit 2,59 Millionen Flüchtlingen und Somalia mit 1,11 Millionen Menschen, die von dort geflüchtet sind. Aus dem Sudan kommen 648.000 Flüchtlinge, noch einmal 616.000 aus dem Südsudan. 516.800 Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo sind auf der Flucht, ebenso wie 479.000 aus Myanmar. Syrien, der Kongo, Somalia, der Sudan und der Südsudan verzeichnen auch die meisten Binnenvertriebenen.

Welche Länder nehmen die meisten Flüchtlinge auf?

Deutschland ächzt unter der Zahl der Flüchtlinge, die Städte und Gemeinden finden kaum noch Möglichkeiten, um die Menschen aus Syrien, dem Irak oder aus Afghanistan unterzubringen. Dabei ist die Zahl der Flüchtlinge gemessen an der Einwohnerzahl Deutschlands eher gering, andere Länder müssen deutlich größere Aufgaben stemmen. So leben in der Türkei aktuell 1,59 Millionen Flüchtlinge, die meisten aus dem Nachbarland Syrien. Pakistan muss 1,51 Millionen Menschen Zuflucht bieten und im Libanon sind es 1,15 Millionen Menschen.

Am Beispiel des Libanon lässt sich erkennen, dass Deutschland nur einen kleinen Teil der weltweit flüchtenden Menschen aufnimmt. Während Deutschland knapp 82 Millionen Einwohner hat und bis jetzt knapp eine Million Menschen aufgenommen hat, leben im Libanon nur 5,8 Millionen Menschen und 1,15 Millionen Flüchtlinge. Aber auch Jordanien und Äthiopien müssen gemessen an der Zahl ihrer Einwohner, bedeutend mehr Flüchtlingen aufnehmen.

Die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben

Wir haben die Lage nicht mehr unter Kontrolle, sagt der Vizekanzler. Wir schaffen das, sagt die Kanzlerin, und die Deutschen sind ratlos, welcher Aussage sie glauben sollen. Anders als in anderen Ländern, versucht Deutschland den Flüchtlingen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Im Libanon, in der Türkei oder auch in Kenia müssen die Flüchtlinge in Lagern leben und die Lebensumstände dort sind selten menschenwürdig. Es fehlt an Geld, um die Menschen mit dem nötigsten zu versorgen. Hilfe von außerhalb, wie zum Beispiel vom Roten Kreuz, Save the Children oder auch von Ärzte ohne Grenzen, ist oft nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.

Weitere Zahlen, Geschichten und Hintergründe zum Thema Flucht findet man auf der Seite des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.