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Risiken der Gentechnik

Risiken der Gentechnik

Nach wie vor  gibt besonders die grüne Gentechnik Anlass  zur öffentlichen Diskussion. Neben neuartiger Chancen  und Anwendungsmöglichkeiten stehen immer wieder  die Risiken der Gentechnik zur Debatte, teilweise münden diese Auseinandersetzungen sogar in Protesten.

Beispiel für Risiken der Gentechnik

Ein gutes Beispiel für die Risiken der Gentechnik liefert der ­BT-Mais, eine transgene Pflanze, um die aktuell heftig gestritten wird. Er enthält ein  Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Dieses Gen verleiht einem Gewächs Resistenz gegen den Maiszünsler; einem Schädling, der laut Forschern für circa 7% der jährlichen Ernteausfälle verantwortlich ist. Der Maiszünsler ist ein Nachtschmetterling, dessen Larven sich in den Stängel von Maispflanzen bohren und sie von innen auffressen. Bisher ist er besonders in Amerika ein Problem, doch auch in Deutschland treten vermehrt Fälle auf. Es besteht die Möglichkeit ihn durch ein Pflanzenschutzmittel zu bekämpfen, das den Giftstoff aus dem Bodenbakterium enthält. Da die Larven im Inneren des Stängels jedoch geschützt sind, ist dies ineffektiv. Die transgenen Pflanzen können das giftige Protein selbst herstellen und sich so selbst gegen den Schädling verteidigen. Darüber hinaus wurden sie mit einem Markergen ausgestattet, das für eine Resistenz gegen das Antibiotikum Ampicillin codiert. An dieser beginnen die Überlegungen hinsichtlich der Risiken der Gentechnik.

Risiken der Gentechnik am BT-Mais

Es wird befürchtet, dass die Antibiotikaresistenz auch auf weitere Bodenbakterien oder sogar Mikroorganismen im Darm des Menschen übertragbar ist. In diesem Fall wären es Risiken der Gentechnik, die direkte Auswirkung auf den Menschen haben. Umweltschützer hingegen befürchten, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen die natürliche Vielfalt bedrohen, in dem Tiere, die sich von ihnen ernähren, geschädigt oder herkömmliche Pflanzenformen verdrängt werden. Weitere Risiken der Gentechnik wären beispielsweise die Entwicklung einer Resistenz gegen das Toxin seitens der Schädlinge oder eine ungewollte Schädigung von weiteren Insekten neben dem Zielinsekt. In den USA gibt es zahlreiche Versuche, die sich mit den Risiken der Gentechnik am ­BT-Mais beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Versuche gestalten sich sehr unterschiedlich, was im Laborversuch zutrifft, lässt sich oft durch einen Freilandversuch nicht bestätigen.

Risiken der GentechnikDies spiegelt die Gesamtsituation der Risiken der Gentechnik wieder. Vieles sind Vermutungen, die erst über einen sehr langen Zeitraum gesehen eintreten könnten, gerade dies macht die Freisetzung der transgenen Pflanzen so unberechenbar. Aus diesem Grund ist sie in Deutschland auch zahlreichen Restriktionen ausgesetzt.Der Anbau von  BT-Mais wurde in Deutschland 1998 zunächst zugelassen, Anfang des Jahres 2000 jedoch vom Bundesgesundheitsministerium vorübergehend ausgesetzt. Grund waren die oben angeführten Risiken der Gentechnik.

Umwelt-Butler Fazit:

Es gilt nun, im letzten Artikel dieser Reihe, ein Fazit zu ziehen. Hierfür müssen wir die Risiken der Gentechnik, den Möglichkeiten und Chancen, die wir in den vorangegangenen Artikeln ausgearbeitet hatten, gegenüberstellen. Unserer Meinung nach ist das Potenzial der transgenen Pflanzen enorm. Durch die gezielte Genmodifikation lassen sich Eigenschaften der Pflanzen optimieren, die durch konventionelle Züchtung niemals möglich wären. Auf diese Weise könnten sie ein effektives Mittel zur Bekämpfung des Welthungers darstellen; man stelle sich nur mal vor es wäre möglich ertragreiche Felder in extrem wasserarmen Standorten anzulegen, da der Wasserbedarf der angebauten Nahrungsmittel durch Genmanipulation immens gesunken ist. Auf der anderen Seite haben wir einfach noch zu wenig Wissen über langfristige Auswirkungen. Es sollten definitiv weiter Forschungen, insbesondere Langzeitstudien, hinsichtlich der Auswirkungen stattfinden. Auf keinen Fall darf die Arbeit auf diesem Gebiet voreilig verurteilt und eingestellt werden.