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„Umwelt“, wofür steht dieser Begriff überhaupt?

„Umwelt“, wofür steht dieser Begriff überhaupt?

11. Februar 2013

Geschichte und Definition

Das Wort hat eine lange Geschichte, ursprünglich war es eine Lehnübersetzung des dänischen Wortes omverden, welches so viel bedeutet wie „umgebende Welt“. Später diente Umwelt auch als Ersatz für das aus dem Französischen entliehene Milieu, eine Grundlage der damaligen Lebenswissenschaften. Die aktuelle Definition, die seit einigen Jahrzehnten gilt, lautet nach dem Artikel der freien online Enzyklopädie Wikipedia zum Thema Umwelt „Der Begriff Umwelt bezeichnet etwas, mit dem ein Lebewesen oder etwas, das in Analogie zu einem Lebewesen behandelt wird, in kausalen Beziehungen steht. Der Umweltbegriff ist kategorial verschieden vom Begriff der Umgebung, der räumlich (und nicht kausal) definiert ist“, keine leicht zu verstehende Definition.  Sie geht auf das, von Jakob Johann von Uexküll, im Jahr 1909 veröffentlichte Buch mit dem Titel „Umwelt und Innenwelt der Tiere“ zurück. Mit anderen Worten  wird etwas bezeichnet, mit dem ein Lebewesen, oder etwas das in Relation zu diesem Lebewesen behandelt wird, in einem Verhältnis  von Ursache und Wirkung steht. Dabei ist der Begriff nicht mit dem der Umgebung zu verwechseln, denn dieser beruht auf der Räumlichkeit und auf keiner Beziehung. Auch unterscheidet sich der Begriff durch den Bezug auf Individuen von inhaltlich ähnlichen Ausdrücken wie Natur und Ökologie.

Begriffsbedeutung im politischen Kontext

Im Rahmen der Politik steht der Begriff jedoch strikt mit der Ökologiebewegung in Verbindung und wird manchmal sogar als Synonym für Worte wie Ökologie oder Natur verwendet. Dieser vielseitige Gebrauch macht den Ausdruck sehr ungreifbar und schwammig, die explizite Bedeutung wird in den Hintergrund gedrängt. Ausgangspunkt für diese politische Debatte war der von uns Menschen ausgeübte Einfluss auf die uns umgebende Natur, dieser stellte sich meist negativ dar. Ziel war, es die Umwelt des Menschen auch für seine Nachkommen lebenswert zu erhalten. Dieses Ziel sollte auch bin zum heutigen Tag und darüber hinaus angestrebt werden. In der Nachhaltigkeitsdebatte wurde die Diskussion lediglich um weitere Aspekte wie die Verantwortung von Generationen und die Verwundbarkeit von Menschen als Maßstab des Handelns ergänzt.

Philosophischer Ansatz

Im Bereich philosophischen Anthropologie spielt der Umweltbegriff hinsichtlich der Differenzierung von Mensch und Tier eine wesentliche Rolle. Dadurch, dass der Mensch nicht Trieb und umweltgesteuert ist, ist er sozusagen „Umweltfrei“. Er kann sich sogar selbst seine Umwelt schaffen beziehungsweise mitnehmen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die ISS-Raumstation, der Mensch ist also in der Lage auch in lebensfeindlichen Umgebungen wie dem Weltraum eine Umwelt zu schaffen. Tiere hingegen sind strikt mit ihr verknüpft. Die Evolutionstheorie nach Darwin liegt der fortschreitenden Anpassung der Tiere an ihre Umwelt zugrunde, ihr Verhalten wird ihnen weitgehend durch sie vorgegeben.

Umwelt-Butler Epilog:

Unsere Umwelt ist keine einfache Begrifflichkeit und ebenso lässt sie sich nicht einfach allgemeingültig definieren, man könnte noch viel mehr Themenbereiche anführen, in denen das Wort Einzug, beziehungsweise Verwendung, findet (z.B. in der Psychologie und Soziologie, Umwelt in der Systemtheorie, dem Einfluss der Umwelt auf die Erbanlagen usw.) doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Ich hoffe, wir konnten euch dennoch den Begriff an sich etwas näher bringen und gegebenenfalls helfen ihn besser zu verstehen. Unserer Meinung nach sollte der Begriff nicht zwangsläufig mit der Ökologiebewegung und der Natur, umgangssprachlich gesagt, „über einen Kamm geschert“ werden. Es handelt sich um einen durchaus eigenständigen Begriff, der auch als solcher wahrgenommen und angesehen werden sollte.