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Umweltschutz zum Beruf machen

Umweltschutz zum Beruf machen

18. März 2013

Vor nicht allzu langer Zeit informierte ich mich aus persönlichem Interesse über die Berufsaussichten nach einem abgeschlossenen Studium im Umweltsektor. Die Internetsuche warf als Ergebnis Fragen von Nutzern aus, die in Ratgeber-Communities zu dem Thema gestellt wurden. Ich war ziemlich überrascht, dass dort keine durchweg positiven Antworten gegeben wurden, denn derzeit sind mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland in den sogenannten „Green Jobs“  tätig. Die Tendenz ist stark steigend. Laut einer aktuellen Marktstudie der Unternehmensberatung Roland Berger könnte sich alleine die Zahl der Arbeitsplätze in den Umwelttechnologien bis 2025 um eine weitere Million steigern.

Beschäftigung im Umweltschutz

 

 

 

 

 

 

Der Umweltschutz hat sich in Deutschland zu einem Wirtschaftsfaktor von enormer Bedeutung entwickelt. Lange wurde die Energiewende von den großen Industriellen gefürchtet. Es hieß sie würde viele Arbeitsplätze zerstören und den Industriestandort Deutschland gefährden, mittlerweile ist jedoch klar: Die Wende schafft deutlich mehr Arbeit, als sie einbüßen lässt. Das Schlagwort hierbei  ist Cleantech; es muss gelingen die Effizienz von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen zu steigern, während gleichermaßen Emissionen reduziert und Ressourcen geschont werden. Nur so kann ein nachhaltiges, umweltschonendes, Wirtschaftswachstum stattfinden. Der derzeitige Höchststand von knapp zwei Millionen Beschäftigten im Umweltschutz wurde bereits im Jahr 2008 erreicht. Somit ist ein Anteil von 4,8% aller Beschäftigten in Deutschland in diesem Sektor tätig. Es erfolgte eine erneute Steigerung  um 0,3% im Vergleich zum Jahr 2006. Vier Jahre zuvor lag der Wert  bei lediglich 3,8%.  Die Daten beruhen auf Schätzungen, die das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt seit 2002 von Forschungsinstituten ermitteln lassen. Dabei sind all diese Zahlen als Mindestwerte anzusehen, da etliche Bereiche wegen mangelnder Datengrundlagen immer noch nicht, beziehungsweise nur unzureichend, erfasst werden können.

In welchen Branchen wird gearbeitet?

Wer bei den zwei Millionen Arbeitern nun ökologisch denkende Idealisten vor Augen hat, liegt jedoch falsch. Die „Green Jobs“  findet man natürlich auf direktem Weg in Umweltämtern und Naturschutz; den deutlich größeren Anteil machen jedoch die Produktion von Umweltschutzgütern sowie Dienstleistungen, die zum Schutz der Umwelt beitragen, aus. Im Jahr 2006 waren mit mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze im Umweltschutz auf umweltorientierte Dienstleistungen ausgelegt, doch bereits in einigen Jahren könnten sie von den rapid wachsenden Beschäftigungszahlen der erneuerbaren Energien überholt werden.

Wachstumsmotor – Erneuerbare EnergienBeschäftigung - Erneuerbare energien

 

 

Innerhalb von nur 3 Jahren, von 2004 bis 2007, stieg die Beschäftigungsrate in den erneuerbaren Energien um ca. 55%. Dass dieser starke Aufwärtstrend anhält, zeigen neueste wissenschaftlich gestützte Schätzungen. Im Jahr 2010 sollen bereits satte 370.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt gewesen sein. Mit Ausnahme der Wasserkraft, die in Deutschland leider kaum noch ausbaufähig ist, trugen sämtliche Arten der regenerativen Energiegewinnung, wie Biomasse, Geothermie, Solarenergie und Windkraft, zu dem Wachstum bei. Angesichts der Tatsache, dass Bundesumweltminister Peter Altmaier Ende letzten Jahres verkündete bis zum Jahr 2020 einen Ökostromanteil von 40% erzielen zu wollen, ist davon auszugehen, dass die Zahlen sich in den nächsten Jahren weiterhin deutlich steigern werden. Derzeit beträgt der Anteil des Ökostroms nur etwa 23%.

Umwelt-Butler Fazit:

Die Umweltbranche ist unserer Meinung nach der Wachstumsmarkt schlechthin.  An Umwelt Stellenangeboten wird es innerhalb der nächsten Jahre wohl kaum mangeln, denn ohne gut ausgebildete Fachkräfte kann kein weiteres Wachstum stattfinden. Sie sind für die Energiewende also unabdinglich. Bereits heute hält an manchen Stellen ein Fachkräftemangel die weitere Entwicklung  auf und der demografische Wandel trägt seinen Teil dazu bei. Die Energieeffizienz kann und muss noch erheblich optimiert werden. Auf Gebieten wie zum Beispiel der Elektromobilität und Energiespeicherung gibt es noch gravierende Probleme, erst durch viele weitere Jahre intensiver Forschung werden sie überhaupt  rentabel arbeiten. Nach der ausgiebigen Recherche für diesen Artikel bin ich persönlich zuversichtlicher denn je und werde ohne jegliche Bedenken einem im Umweltsektor angesiedeltem Studium entgegen gehen.